Vegan für Anfänger: 10 Tipps für Einsteiger in die vegane Ernährung

Immer mehr Menschen entscheiden sich tagtäglich dazu, der veganen Ernährung eine Chance zu geben – das erfreut mein kleines Veganer Herz. Die Leute werden immer mehr für dieses Thema sensibilisiert und es wird immer normaler, sich ohne tierische Produkte zu ernähren. Wenn du dich von jetzt auf gleich dazu entscheidest vegan zu leben, kann der Einstieg allerdings sehr schwer sein. Überall lauern Stolperfallen und Versuchungen. Wer da nicht richtig vorbereitet ist, gibt leider oft schnell wieder auf.

Ich möchte dir zu einem guten Start in dein veganes Leben verhelfen und gebe dir in diesem Artikel 10 Tipps für den Einstieg in eine vegane Ernährung und Lebensweise!

Los geht’s…

Vegan für Anfänger – 10 Tipps für deinen Einstieg!

Tipp 1: Kein Druck!

Was kann ich überhaupt noch essen? Muss ich alle Lebensmittel wegschmeißen? Wie erkenne ich ob ein Produkt vegan ist? Was mache ich, wenn ich zum Essen eingeladen werde? Zu Beginn können dich diese ganzen Fragen erschlagen. Dir fehlen eine Menge an Informationen – kein Wunder, dass du dich überfordert fühlst. 

Geh tief in dich und frag dich, ob du nicht lieber kleiner anfangen willst. Auch kleine Schritte führen dich zum Ziel. Es ist dein Weg und den musst du bewusst gehen. Auf was kannst du am leichtesten verzichten? Vielleicht auf die Milch in deinem Kaffee? Oder auf Fleisch? Versuche dich immer mehr zu steigern und du wirst sehen, dass diese kleinen Änderungen schnell Teil deines Alltags werden.

Wenn du 20, 30 oder sogar 40 Jahre einen komplett anderen Lebensstil hattest, dann ist dieser Umstieg eine extrem große Umstellung. Gib dir selbst die Zeit, die du brauchst!

Tipp 2: Informiere dich über die vegane Ernährung

Vor allem, wenn du aus Tierliebe entschieden hast, dich vegan zu ernähren ist dieser Punkt wichtig. Glaube mir – der Tag wird kommen, an dem jemand mit dir eine Diskussion anfangen wird. Wenn du gut über die Hintergründe informiert bist, wirst du deinen Standpunkt viel leichter vertreten können und für deine Überzeugung einstehen.

Dokumentationen sind eine gute erste Anlaufstelle dafür. Einige setzen den Umweltschutz und die Auswirkung auf den Klimawandel in den Vordergrund. Andere konzentrieren sich auf die Tierhaltung (für die brauchst du echt starke Nerven). Oben habe ich dir die Dokumentation “Dominion” reingepackt. Ich bin ganz ehrlich mit dir….ich hatte nicht den Mut mir diese Doku anzusehen. Schaffst du es?

Diese Dokus zum Thema vegane Ernährung gibt es außerdem:

  • Cowspiracy
  • What the Health
  • Forks over Knives
  • Gamechangers
  • Earthlings

Eine weitere Wissensquelle sind Youtube Kanäle, die sich intensiv mit dem Thema auseinandersetzen. Ich kann dir hier z.B. die Jungs von “Vegan ist ungesund” ans Herz legen.

Du interessierst dich für die gesundheitlichen Aspekte und willst wissen, wie du deine vegane Ernährung so gestaltest, dass du bestens mit allen Nährstoffen versorgt bist? Dann bist du beim Ernährungsberater Niko Rittenau genau richtig. In seinem Buch “Vegan Klische Adé” beantwortet er dir (wissenschaftlich fundiert) die wichtigsten Fragen zu Versorgung aller essentiellen Nährstoffe.

Du siehst also: In den nächsten Wochen hast du einiges zu tun!

Tipp 3: Nicht missionieren!

Du hast dir alle Dokus und Infos reingezogen, die du finden konntest. Und nun bist du einfach nur wütend! Wütend auf die Menschheit und auf dich selbst, weil du erst jetzt die Augen aufgemacht hast. Es ist mehr als verständlich, dass du deiner Umgebung davon erzählen und dich mitteilen willst. Aber bitte versuche deine Wut nicht an ihnen auszulassen. Sonst bekommst du ganz schnell den Stempel des “missionierenden Veganers” aufgedrückt. 

Denk daran, dass du bis vor kurzem auch noch nicht soweit warst. Beantworte Fragen sachlich und ruhig, biete an ihnen Infos zu schicken und geh einfach mit gutem Beispiel voran. Wenn dein Umfeld sieht, wie einfach es sein kann, wagen sie vielleicht auch den Schritt.

Tipp 4: Schließ dich einer Community an und such dir vegane Freunde!

Vegan für Anfänger Tipps wie du vegane Freunde findest

Einzelkämpfer haben es schwerer. Es gibt mittlerweile so viele Communities, die sich teilweise auch im echten Leben oder eben online in Facebook Gruppen treffen. Der Austausch hilft dir nicht nur bei deinem Einstieg und deiner Umstellung. Es gibt dir gleichzeitig auch das Gefühl dazuzugehören. Du kannst deine Probleme mit anderen teilen, dir Hilfe, Rat und auch Trost bei ihnen holen.

Du willst dich im Aktivismus beteiligen? Dann schau, ob es in deiner Stadt “Anonymous for the Voiceless” Gruppen oder Peta Streetteams gibt.

Natürlich bist du auch herzlich dazu eingeladen meiner Facebook Gruppe „Vegan für Anfänger | Tipps für Vegan Einsteiger und Interessierte“ beizutreten.

Tipp 5: Happy Cow App – finde vegane Restaurants in deiner Nähe!

Wenn du gerne auswärts essen gehst, dann wird die “Happy Cow App” dein bester Freund werden! Du kannst dort deinen Standort eingeben und alle Restaurants mit veganen Optionen auf einen Blick sehen. Du siehst dort außerdem die Bewertungen von anderen Besuchern und kannst auch direkt auf die Website des Betreibers gehen. 

Für mich hat sich diese App in einigen Situationen schon als echter Lebensretter herausgestellt. Und sie ist nicht nur auf Deutschland begrenzt. Das bedeutet: Wenn du im Urlaub bist kannst du sie auch verwenden. So musst du dir nicht vorher mühselig alle einzelnen Restaurants im Internet zusammensuchen!

Tipp 6: Lass dich nicht demotivieren!

vegane Ernährung und Lebensweise - so gelingt der Einstieg

Ich lese immer wieder in meiner und auch in anderen Gruppen, dass Leute enttäuscht und frustriert sind von veganen “Alternativen”. Käse auf Pflanzenbasis schmeckt nicht nach Käse, Tofu schmeckt nicht nach Fleisch und für die Milch im Kaffee scheint es gar keine leckere Option zu geben.

Du brauchst Zeit für die Umstellung. Und genauso brauchen deine Geschmacksnerven und dein Körper Zeit, um sich an die neuen Lebensmittel zu gewöhnen. Leider wird dir nicht sofort alles schmecken. Tofu richtig lecker hinzubekommen ist eine kleine Kunst für sich…aber du wirst es lernen.

Auch bei der Milch musst du dich durchtesten, bis du deine Lieblinge gefunden hast. Ich verwende z.B. verschiedene Milchsorten für unterschiedliche Einsatzgebiete. Im Kaffee liebe ich Soja Vanille, zum Backen oder fürs Müsli nehme ich Hafermilch. Glaub mir – auch du wirst deine Favoriten finden!

Zur Not kannst du auch selbst den Kochlöffel schwingen und dir deine veganen Alternativen selbst zaubern.

Tipp 7: Rezepte veganisieren – so entwickelst du vegane Rezepte für Anfänger

Als ich vor etwa 4 Jahren vegan wurde habe ich mir gleich mehrere Kochbücher zugelegt. Eins davon war von Attila Hildmann. Bei jedem Rezept war die Zutatenliste gefühlt eine Seite lang und voll mit Dingen, wie Mandelmus oder Amaranth. Ich wusste nicht einmal, wo ich diese Sachen herbekommen soll und war total frustriert. 

Such dir am besten für den Anfang Gerichte aus, die du auch als “Allesesser” gerne gegessen hast und bei denen du die tierischen Produkt einfach ersetzen kannst. 

Beispiele dafür sind: Pizza, Burger, Nudeln mit Soße etc.

Somit hast du erst einmal deine Go To Gerichte, auf die du immer zurückgreifen kannst. Mit der Zeit wird die Liste natürlich immer länger und du wirst garantiert experimentierfreudiger!

Tipp 8: Supplementieren – müssen Veganer Tabletten nehmen?

Müssen Veganer Tabletten nehmen?

Wenn du dich vollwertig ernährst, dann bekommst du über deine vegane Ernährung so gut wie alle Nährstoffe. Mit einer App wie “Chromometer” kannst du tracken, wie nährstoffreich deine Nahrungen sind und was du bei deinen Rezepten noch optimieren kannst.

B12 bildet hier leider die Ausnahme. Dieses Vitamin solltest du also zusätzlich noch zu dir nehmen. Wenn du mehr über das Thema B12 erfahren möchtest, dann kannst du dir diesen Artikel von mir ansehen:  Mythos: Veganer haben einen B12 Mangel?

Eine regelmäßige Blutuntersuchung beim Arzt kann dir Gewissheit über deine Werde verschaffen. Mittlerweile gibt es auch Bluttests, die du ganz einfach zuhause durchführen kannst.

Tipp 9: Zutaten lesen

Fang an, dir im Supermarkt die Zutatenliste von allen Produkten durchzulesen. Auf diese Weise bekommst du ein Gespür dafür, welche Lebensmittel vegan sind und welche nicht. Wahrscheinlich wirst du bei einigen Produkte überrascht sein…sowohl positiv als auch negativ. 

Tierische Inhaltsstoffe sind für gewöhnlich fett gedruckt, damit Allergiker sie besser sehen können. Beim Lesen der Zutaten reicht es also häufig, wenn du die Liste einfach nur nach den fett gedruckten Wörtern scannst.

Tipp 10: Kenne dein Warum

Es gibt viele Gründe, wieso sich Leute für eine vegane Ernährung entscheiden. Sein Warum zu kennen und sich täglich daran zu erinnern, hilft dabei standhaft zu bleiben. Manche entscheiden sich aus gesundheitlichen Gründen für eine pflanzliche Lebensweise. Für andere steht die Umwelt, der Klimawandel und die Verschwendung von Ressourcen im Vordergrund. Der Hauptgrund für die meisten sind wohl aber die Tiere. Sie aus den Fängen der wirtschaftlichen Interessen zu befreien, damit sie nicht länger als Sklaven der Gesellschaft angesehen werden, sondern als das, was sie sind: Eigenständige Individuen mit einem unermüdlichen Lebenswillen.

Was ist dein Warum?

Quelle Fotos: Freepik, Business photo created by jcomp on Freepik

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