Mythos: Veganer haben einen B12 Mangel

Die B12 Lüge

Biologieunterricht 7. Klasse. Ich habe zu diesem Zeitpunkt schon seit einiger Zeit auf Fleisch verzichtet. Deswegen war ich zwar kein Außenseiter, aber in den Augen meiner kleinen Klassenkameraden war ich schon ziemlich krass drauf (ich kleiner Rebell). Außer mir gab es auch meilenweit keinen anderen Vegetarier.

Frau Talhoff begann die Unterrichtsstunde mit dem Thema Nährstoffe und Vitamine, die unser Körper braucht. Sie erzählte, wie wichtig Obst und Gemüse sind, dass wir Zink und Eisen brauchen, und dass unsere Augen Vitamin A benötigen, um im Dunkeln sehen zu können. Ich nickte und schrieb fleißig mit. Das alles konnte ich durch meine Ernährung abdecken und würde nicht an Mangelernährung sterben müssen. Jippie!

Die Lehrerin bestätigte dies noch einmal, indem sie sagte, dass man als Vegetarier zwar mehr auf die Nährstoffe achten müsse, es jedoch möglich sei, sich dennoch gesund zu ernähren.

Und dann kam sie auf die B-Vitamine zu sprechen.

Ich schrieb weiterhin fleißig mit. B1 bekomme ich durch Gemüse, B6 ist in Hülsenfrüchten enthalten. B12 findet man in Leber, Fisch, Ei und Milch. Darunter machte ich mit rotem Fineliner einen Vermerk, den sie uns diktierte:

B12 wird ausschließlich von Tieren produziert, deswegen ist eine vegane Ernährung ungesund

An dieser Stelle möchte ich Frau Talhoff dafür danken (Achtung Ironie!), dass ich wirklich einen großen Teil meines Lebens dachte, dass B12 ein Vitamin ist, was von Tieren selbst hergestellt wird und nicht in der Natur vorkommt!

Wer sich ein wenig mit dem Thema auseinandersetzt und einliest, wird schnell feststellen, dass diese Aussage nur eins ist. Und zwar: Blödsinn

Was ist B12?

B12 ist ein Vitamin, das durch Mikroorganismen produziert wird, die sich unter anderem in der Erde befinden. Damit wissen wir schonmal, dass es nicht tierischen Ursprungs ist. Früher haben Menschen und Tiere B12 einfach über den Verzehr von Pflanzen mit aufgenommen.

Durch die industrielle Landwirtschaft, inklusive zahlreicher Düngemittel und Pestiziden, ist heutzutage die Bodenflora meist so zerstört, dass höchstens Spuren von B12 enthalten sind. Außerdem werden Pflanzen mittlerweile akribisch geputzt und gewaschen, bevor sie zum Verzehr auf unserem Teller landen. Das ist auch gut so, da wir uns somit eine Menge Krankheiten ersparen. Allerdings ist an dem uralten Spruch „Dreck reinigt den Magen“ vielleicht doch etwas dran.

Wie kommt das B12 nun ins Tier?

Auch die Tiere können über die veränderte Bodenflora das Vitamin nicht mehr auf natürlichem Wege zu sich nehmen. Mal ganz abgesehen davon, dass sie sowieso niemals das Tageslicht erblicken und daher eh nicht grasend auf der Wiese rumstehen.

Kühe haben, genau wie alle Säugetiere, diese Mikroorganismen in ihrem Verdauungstrakt. Da sie Wiederkäuer sind, können sie ihr B12 zwar selbst herstellen, allerdings brauchen sie dafür Kobalt. Dieser wird vom Farmer bei Bedarf der Nahrung zugegeben.

Den restlichen Tieren wird das Vitamin über die Mastnahrung supplementiert. Fleischesser nehmen also ihr B12 genauso künstlich auf, wie Veganer, die dafür Tabletten nehmen. Allerdings macht es in dem Fall ja noch den Umweg über das Tier und wird somit nur indirekt aufgenommen. Was am Ende dann im menschlichen Körper landet, ist also wahrscheinlich nicht mehr wirklich viel.

Die Behauptung, dass hauptsächlich Veganer unter B12 Mangel leiden, ist daher Schwachsinn. Fleischesser können ebenso leicht einen Mangel entwickeln. Nicht umsonst gibt es zahlreiche B12 Tabletten, die Gelatine enthalten, und somit gar nicht erst für Veganer geeignet sind.

Wie kommt das B12 nun ins Tier?

Viehzucht - wie kommt B12 in die Tiere?

Auch die Tiere können über die veränderte Bodenflora das Vitamin nicht mehr auf natürlichem Wege zu sich nehmen. Mal ganz abgesehen davon, dass sie sowieso niemals das Tageslicht erblicken und daher eh nicht grasend auf der Wiese rumstehen.

Kühe haben, genau wie alle Säugetiere, diese Mikroorganismen in ihrem Verdauungstrakt. Da sie Wiederkäuer sind, können sie ihr B12 zwar selbst herstellen, allerdings brauchen sie dafür Kobalt. Dieser wird vom Farmer bei Bedarf der Nahrung zugegeben.

Den restlichen Tieren wird das Vitamin über die Mastnahrung supplementiert. Fleischesser nehmen also ihr B12 genauso künstlich auf, wie Veganer, die dafür Tabletten nehmen. Allerdings macht es in dem Fall ja noch den Umweg über das Tier und wird somit nur indirekt aufgenommen. Was am Ende dann im menschlichen Körper landet, ist also wahrscheinlich nicht mehr wirklich viel.

Die Behauptung, dass hauptsächlich Veganer unter B12 Mangel leiden, ist daher Schwachsinn. Fleischesser können ebenso leicht einen Mangel entwickeln. Nicht umsonst gibt es zahlreiche B12 Tabletten, die Gelatine enthalten, und somit gar nicht erst für Veganer geeignet sind.

Wie kann B12 supplementiert werden?

Der am meisten verbreitete Weg, um Vitamine jeglicher Art zu supplementieren, ist wohl über Tabletten. Allerdings geht diese Aufnahme über die Verdauung, die bei sehr vielen Menschen eher schlecht als recht ist. Unter Umständen kann der Körper die Zufuhr also nicht so gut verwerten.

Mittlerweile gibt es aber noch etliche andere Methoden, um zu supplementieren. Es gibt z.B. spezielle Zahncremes, die damit versetzt sind und einige Pflanzendrinks enthalten ebenfalls B12. Eine andere Möglichkeit ist, sich das Vitamin in flüssiger Form beim Arzt injizieren zu lassen.

B12 ist ein wasserlösliches Vitamin und kann nicht überdosiert werden. Wenn ihr euren Speicher also erst mal auffüllen wollt, ist das nach aktuellem wissenschaftlichen Stand unbedenklich.

Wie kann B12 supplementiert werden?

Dose mit Tabletten

Der am meisten verbreitete Weg, um Vitamine jeglicher Art zu supplementieren, ist wohl über Tabletten. Allerdings geht diese Aufnahme über die Verdauung, die bei sehr vielen Menschen eher schlecht als recht ist. Unter Umständen kann der Körper die Zufuhr also nicht so gut verwerten.

Mittlerweile gibt es aber noch etliche andere Methoden, um zu supplementieren. Es gibt z.B. spezielle Zahncremes, die damit versetzt sind und einige Pflanzendrinks enthalten ebenfalls B12. Eine andere Möglichkeit ist, sich das Vitamin in flüssiger Form beim Arzt injizieren zu lassen.

B12 ist ein wasserlösliches Vitamin und kann nicht überdosiert werden. Wenn ihr euren Speicher also erst mal auffüllen wollt, ist das nach aktuellem wissenschaftlichen Stand unbedenklich.

Ärztlicher Rat

Für welche Form der Supplementierung man sich entscheidet, hängt ganz von der eigenen Vorliebe ab. Der Richtwert für die Dosierung der oralen Aufnahme beträgt ca. 1000µg, die etwa alle 3 Tage erfolgen sollte, wenn ein erhöhter Bedarf oder ein Mangel vermutet wird. Bei einer Injektion sind die Abstände wesentlich größer. Ich habe schon von einigen Bekannten gehört, die sich einmal im Monat spritzen lassen, andere wiederum alle 6 Monate. Dies hängt auch von der Dosierung ab. Am besten besprecht ihr es mit eurem Arzt, wenn ihr euch für diese Methode interessiert.

Ob Veganer oder Fleischesser… jeder sollte darauf achten, genug B12 zu sich zu nehmen. Es wird zwar gesagt, dass der Körper jahrelang ohne auskommen kann aber wenn der Speicher dann mal leer ist, kommt es zu einem Mangel. Und der kann schwerwiegend sein. Mögliche Symptome sind unter anderem Depression, Demenz, Blutarmut, Lähmungen und Koordinationsstörungen.

Wer sich nicht sicher ist, ob er einen Mangel hat, kann dies beim Arzt testen lassen. Wichtige Info: Ihr müsst explizit nach dem Holo-TC Test fragen. Für gewöhnlich machen Ärzte nämlich einen sogenannten Serums-Test, der allerdings nicht so genau und aussagekräftig ist.

B12 ist also nicht, wie viele glauben, ein tierisches Vitamin, sondern wird von Mikroorganismen in der Erde produziert. Es kann durch unsere sterile Lebensweise heutzutage nicht mehr in der ursprünglichen Form aufgenommen werden und sollte deswegen supplementiert werden.

 

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