Die Avocado und ihre schlechte Ökobilanz

Die beliebte Trendfrucht

Seit einigen Jahren gibt es einen regelrechten Hype um die exotische Frucht. Auch ich konnte nicht widerstehen und bin ihr gnadenlos verfallen. Ich liebe Avocado in jeder erdenklichen Form. Der Geschmack ist zwar relativ neutral, aber die Konsistenz ist es, die sie so vielseitig macht. Sie landet geschmiert auf meinem Brot, macht meinen Smoothie cremiger, wird in Stücken in meinen Salat gegeben und als Guacamole zusammen mit Nachos verspeist.

Vollgepackt mit über 20 Vitaminen und Mineralien, macht sie der hohe Nährstoffgehalt zu einem der gesündesten Obstsorten. Doch nicht nur im Essen ist sie beliebt. Mittlerweile findet sich Avocado in allen möglichen Cremes und Shampoos, da sie für gesunde Haut und glänzende Haare sorgen soll. Sogar ein Anti Aging Effekt wird ihr nachgesagt, dessen Wirkung ich aber leider erfahrungsgemäß nicht bestätigen kann.

Doch woher kam die Avocado so plötzlich?

Hauptsächlich aus Mittel- und Südamerika. Sie hat ihren Ursprung in Mexiko, wo sie schon seit etwa 10.000 Jahren kultiviert wird. Die Azteken verwendeten sie nich nur als Speise, sondern auch als Heilmittel und um die Fruchtbarkeit zu fördern.

Früher wurde sie von Kleinbauern angepflanzt und war ein beliebtes Nahrungsmittel der Einheimischen. Bis der Hype um die grüne Frucht ausbrach und damit der Massenexport begann. Heute gehen mehr als 90% der Ernte nach Europa und in die USA.

Wo wachsen Avocados?

Die Avocado wächst grundsätzlich eher in wärmeren Gebieten. Die Bäume brauchen sehr viel Licht, mindestens 2000 Sonnenstunden pro Jahr. In Südspanien wird sie seit dem 20. Jahrhundert kultiviert. Durch die Klimaveränderung wachsen auch in Italien seit kurzer Zeit die ersten Avocados.

Neben Peru, Chile, Südafrika und Israel, zählt Mexiko auch heute noch zu einem der Hauptexportländer der Avocado. Und damit hat sie einen ewig langen Transportweg hinter sich, bevor sie in unserer heimischen Obsttheke landet. Wirklich nachhaltig hört sich das nicht an..

Die Avocado und ihr Wasserverbrauch

Der Wasserverbrauch der Avocado ist sehr hoch, ein Kilo benötigt 1000 Liter. Das ergibt nur etwa 2-3 Früchte. Ein riesiger Verbrauch für so wenig Ertrag. Das Klima in den Herkunftsländern ist sehr trocken, die Anbaugebiete werden durch aufwendige Bewässerungsanlagen mit Wasser versorgt.

Die peruanische Stadt Ica gehört zu einem der Hauptanbaugebiete. Hier wurde bereits vor einigen Jahren der Wassernotstand ausgerufen. Mittlerweile verbraucht die Region 76% mehr Wasser, als die lokalen Ressourcen hergeben.

Ähnlich sieht es in Santiago de Chile aus, wo der Wassermangel so erheblich ist, dass bereits komplette Flüsse ausgetrocknet sind. Die lokale Bevölkerung wird über Tanklaster mit Wasser versorgt.

Existenzverlust für Kleinbauern

Diese staatliche Hilfe reicht aber gerade mal für die Versorgung im Haushalt. Kleinbauern, die Jahrzehnte lang von der Landwirtschaft gelebt haben, müssen diese aufgeben.

Hinzu kommt noch, dass die Wasserrechte dort fast komplett privatisiert sind. Da wo die Bevölkerung auf dem Trockenen sitzt, können riesige Avocadoplantagen völlig legal große Mengen des Wassers abführen.

Natürlich ist das nicht die Schuld der Avocado, sondern viel mehr der Regierung. Allerdings sollten wir uns die Frage stellen, ob wir mit unserem Konsum dazu beitragen wollen.

Existenzverlust für Kleinbauern

Avocado auf Teller

Diese staatliche Hilfe reicht aber gerade mal für die Versorgung im Haushalt. Kleinbauern, die Jahrzehnte lang von der Landwirtschaft gelebt haben, müssen diese aufgeben.

Hinzu kommt noch, dass die Wasserrechte dort fast komplett privatisiert sind. Da wo die Bevölkerung auf dem Trockenen sitzt, können riesige Avocadoplantagen völlig legal große Mengen des Wassers abführen.

Natürlich ist das nicht die Schuld der Avocado, sondern viel mehr der Regierung. Allerdings sollten wir uns die Frage stellen, ob wir mit unserem Konsum dazu beitragen wollen.

Weg mit den Wäldern

Zusätzlich zu Europa und den USA, wollen die Avocadoproduzenten zukünftig auch noch den chinesischen Markt erobern. Für den erhöhten Ertrag müssen natürlich mehr Anbauflächen her. China ist riesig. Man mag sich gar nicht erst ausmalen, wie viele Wälder wohl gerodet werden müssen, um das ganze Land mit Avocados zu versorgen.

Wer sein Gewissen ein wenig beruhigen will, greift zu Avocados aus Spanien

Aber ist das auch gerechtfertigt? Ein bisschen zumindest. Die Frucht legt teilweise bis zu 10.000 Km zurück, wenn sie aus Südamerika per Schiff zu uns transportiert wird. Die Überfahrt dauert 20 bis 30 Tage. Eine lange Zeit! Avocados reifen erst nach der Ernte. Damit sie nicht schon gammelig bei uns ankommen, müssen sie die ganze Zeit über gekühlt werden.

Aus Spanien importierte Avocados müssen nur knapp 2000 Km zurücklegen. Sie werden meistens per Flugzeug transportiert, wobei auf den Kühlprozess verzichtet werden kann. Nachhaltig ist das trotzdem nicht. Die bessere Alternative wäre es, den Konsum zumindest etwas einzuschränken.

 

Wer jetzt auf die Idee kommt sich einfach selbst einen Avocadobaum zu pflanzen, den muss ich leider enttäuschen. Die Idee hatten schon einige vor euch (ICH). Zwar ist es relativ einfach, einen Baum zu pflanzen, aber leider trägt er erst nach 7 – 10 Jahren Früchte. Bis dahin ist bestimmt schon wieder eine neue Frucht modern, auf die sich dann alle stürzen.

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